#StelterGate – Sind Witze über Doppelnamen frauenfeindlich?

Während einer Karnevalssitzung lästerte Comedian Bernd Stelter über die Doppelnamen von Frauen und wurde dabei von einer Frau unterbrochen, die solche „Witze“ satt hat. Sind Witze über Doppelnamen frauenfeindlich?

Karneval ist nicht die Zeit des feinsinnigen, klugen Humors, so viel ist allen klar. Da, wo ungezählte Liter Alkohol fließen, muss es im Schunkel-Begleitprogramm so zugehen, dass das Publikum das meiste auch noch mit benebeltem Kopf halbwegs verstehen und lustig finden kann. Entsprechend schlicht und derb geht es auf mancher Karnevalsbühne zu.

Doch ist schlicht und derb gleich frauenfeindlich? Ist es frauenfeindlich, als Mann über Doppelnamen von Frauen zu lästern? Ist es frauenfeindlich zu sagen, Annegret Kramp-Karrenbauers „Standesbeamter“ (sic*) hätte sie besser mal vor diesem Doppelnamen bewahren sollen? (*Weil ja nur Männer eine Frau vor Dummheiten bewahren können, ist klar.)

Bernd Stelter rechtfertigte sich im WDR so:

„Ich lege in meinem Humor sehr viel Wert darauf, dass er eben nicht beleidigend ist. […] Ich wüsste nicht, welche Witze man dann überhaupt noch machen darf, wenn schon ein Witz über einen Doppelnamen nicht mehr geht.“

Doch damit macht er es sich zu leicht.

Die Frau, die Bernd Stelter auf der Bühne unterbrach, ist der Ansicht:

Wir haben unsere Namen alle von Männern – von unseren Vätern und Ehemännern. Warum muss man da so blöde Witze drüber machen? Das regt mich einfach auf.“

Und das mit sehr gutem Grund. Gehen wir zum Verständnis ein bisschen in der Zeit zurück.

Frauen mussten auch peinliche und belastete Nachnamen annehmen

Bis 1957 wurden Frauen dazu gezwungen bei der Hochzeit den Namen ihres Ehemannes anzunehmen, völlig egal, ob sie das wollten und wie unaussprechbar, wie peinlich oder wie historisch belastet dieser Nachname war. Dem zugrunde lag eine Gesellschaftsordnung, die die Frau nur aufgrund ihres Geschlechts dem Mann unterordnete und unterwarf. Sie hatte zu tun und hinzunehmen, was er wollte und tat, hatte nur sehr wenige eigene Rechte und musste sich ihr Leben lang bei fast allem zunächst ihrem Vater oder männlichen Vormund, dann ihrem Ehemann unterordnen.

Ab 1957 waren Frauen zumindest theoretisch gleichberechtigt (GG Art. 3.2 trat 1958 in Kraft). Und seit 1957 hatten sie das Recht, ihren Geburtsnamen nach der Heirat durch Bildung eines Doppelnamens beizubehalten, wobei jedoch der Name des Mannes an erster Stelle stehen zu hatte. Der Mann konnte seinen Nachnamen dagegen ganz selbstverständlich beibehalten, ohne den Namen seiner Frau annehmen zu müssen. Die alte Gesellschaftsordnung griff also noch, Grundgesetz hin oder her.

Erst ab 1976 erhielten Frauen das explizite Recht die Reihenfolge der Nachnamen im Doppelnamen selbst zu bestimmen oder ihren eigenen Nachnamen als Familiennamen festzulegen (wenn der Mann seinen Namen aufzugeben gewillt war, was er aber zu 98% nicht war).

Ein Doppelname zeigte nach außen: Hier herrscht Augenhöhe!

Trug also eine Frau in diesen Jahrzehnten einen Doppelnamen, zeigte sie damit ganz bewusst und öffentlich, dass sie emanzipiert war. Dass sie ihren eigenen Geburtsnamen, auch wenn er „nur“ vom Vater stammte, nicht als unwesentliches Anhängsel, sondern als Teil ihrer Identität betrachtete, die man nicht mal eben durch eine andere ersetzen kann und will. Dass sie sich ihrem Ehemann nicht automatisch und schon gar nicht selbstverständlich unterordnete. Dass sie sich aber selbstverständlich als gleichberechtigt ansah. Das klang dann nicht immer schön und elegant, aber das war ja auch bei den Nachnamen der Männer sehr oft nicht der Fall. Ein Doppelname zeigte jedoch nach außen: In dieser Ehe herrscht Augenhöhe, und das ist gut und richtig so!

Das kam nicht bei allen gut an – diese Frauen wurden oft sehr kritisch beäugt, belächelt, beschimpft, benachteiligt und öffentlich verhöhnt. Doch trotz der Kritik und Widerstände haben einige Frauen mit Doppelnamen große Karrieren gemacht und allein dadurch sehr viel für uns Frauen verändert. Sie haben ihre Emanzipation sichtbar in die Gesellschaft getragen. Die Nachnamen vieler dieser erfolgreichen Frauen hast du schon unzählige Male gehört, z. B. diese:

  • Dr. Hildegard Hamm-Brücher (Politikerin und Staatsministerin, ✝︎), 
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Juristin und Justizministerin a. D.),
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Christiane Nüsslein-Volhard (Biologin und Nobelpreisträgerin),
  • Dr. Hertha Däubler-Gmelin (Juristin und Politikerin),
  • Heidemarie Wieczorek-Zeul (Lehrerin und Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung a. D.),
  • Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer (stellv. Vors. des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB und Professorin),
  • Ulrike Nasse-Meyfarth (Hochspringerin und zweifache Olympiasiegerin),
  • Tina Theune-Meyer (Fußballtrainerin und ehem. Trainerin des Frauen-Nationalteams),
  • Dr. Irene Epple-Waigel (Skirennläuferin, Olympiazweite, zweifache WM-Zweite) oder
  • Evi Sachenbacher-Stehle (Skilangläuferin & Biathletin, Weltmeisterin, zweifache Olympiasiegerin).

Dies sind alles Frauen, die sich nicht haben beirren lassen durch tatsächliche oder vermeintliche Verbote, durch das irreführende Shakespearesche „What’s in a name?“ oder das unwahre „Das macht man aber nicht als Frau!“ und all die anderen unzähligen, frauenfeindlichen Stopper. Viele Frauen haben sich auch immer wieder anhören müssen, dass ein Doppelname viel zu kompliziert sei, als dass sich den irgendjemand merken könne (ein Argument, nebenbei, über das Menschen bspw. aus Spanien oder Südamerika nur herzlich lachen können).

Diese Gängelung der Frauen war verfassungswidrig

Frauen mit Doppelnamen haben aber durch ihre Sichtbarkeit und ihren festen Willen ihr Selbst nicht auf dem Standesamt abzugeben, sich nicht mehr unterzuordnen, sondern auf Augenhöhe zu sein, dazu beigetragen, dass wir Frauen uns heute wenigstens ein bisschen gleichberechtigter fühlen können als sie damals, auch wenn wir von echter Gleichberechtigung immer noch Lichtjahre entfernt sind.

Übrigens hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 1978 entschieden, dass diese Gängelung der Frauen in Sachen Nachname verfassungswidrig war. Doch es sollte noch weitere 16 Jahre dauern, bis wir Frauen 1994 das uns eigentlich schon seit 1957 zustehende Recht auch per separatem Gesetz erhielten: unseren eigenen Namen bei einer Eheschließung zu behalten, unabhängig davon, ob der Mann seinen Namen auch behalten möchte oder nicht. Es ist eins der unzähligen Rechte, die Männern ganz selbstverständlich zugestanden werden, die Frauen sich aber erst jahrzehntelang und bitter erkämpfen mussten.

Wie bitter, erleben wir bis heute, wenn nun also ein von Geburt an privilegierter Mann meint sich vor einem Millionenpublikum über diese Errungenschaft lustig machen zu müssen. Und wenn die Frau, die ihn genauso öffentlich dafür kritisiert hat, nun nicht nur verhöhnt und verspottet wird (auch von Stelter selbst), sondern deren berufliche Existenz sogar ganz gezielt zu zerstören versucht wird (s. z. B. hier und hier).

Geht’s noch?

Karin Kuhn, Leiterin des Programmbereichs Unterhaltung, Familie und Kinder im WDR, sieht in Stelters Lästereien allerdings kein Problem:

„Deftigkeit ist in Ordnung, aber rassistische oder sexistische Witze finden bei uns nicht statt. […] Das ist weder ehrabschneidend noch grenzverletzend.“

Die Soziologin Dr. Yvonne Niekrenz, die über den Rheinischen Karneval promoviert hat, bescheinigt dem Karneval ansich allerdings schon im Grundsatz Sexismus, wie sie der Süddeutschen sagte:

„[Sexismus] ist fest in den Karneval eingewoben, das zeigt sich an den starren Geschlechterrollen: […] Es sind Männer, die einem die Welt erklären, die Inhalte sind bisweilen offen sexistisch“.

Es ist also keineswegs abwegig sich einmal ernsthaft die Frage zu stellen, ob es im 21. Jahrhundert wirklich akzeptabel oder nicht doch ehrabschneidend, grenzverletzend und frauenfeindlich ist, wenn ein Mann über Doppelnamen lästert.

Nähme man Doppelnamen nämlich nur ganz oberflächlich als irgendetwas, das irgendeinen wiedererkennbaren Klang erzeugt, in manchen Fällen vielleicht auch einen merkwürdigen oder lustigen Klang, dann könnte das für manche verletzend sein, es könnte auch ehrabschneidend sein, doch wäre es nicht in jedem Fall automatisch sexistisch.

Der Doppelname hat eine wichtige Bedeutung für Frauen

Aber der Doppelname ist eben nicht einfach nur ein Ding, das irgendwie klingt. Er hat eine wichtige Bedeutung für diese Frauen – über Jahrzehnte war er die einzige Möglichkeit einerseits ihre eheliche Verbundenheit mit dem Partner zu zeigen, andererseits aber auch nach außen hin als individueller Mensch mit einer eigenständigen Identität wahrgenommen zu werden.

Die ehemalige Bundes-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte 2004 über ihren eigenen Doppelnamen:

„Jeder, der sich lustig macht, hat nicht begriffen, dass ein Name Ausdruck der Persönlichkeit ist.“

Wenn eine Frau ihren Nachnamen abgeben muss, verliert sie deshalb immer auch einen möglicherweise erheblichen Teil ihrer privaten und beruflichen Geschichte, ihrer Identität und ihrer Persönlichkeit. Wer meint, das sei gar nicht so, ein Name sei doch nur symbolhaft und unwichtig, versuche einmal alte Schulfreundinnen wiederzufinden, die alle aus den Augen verloren haben. Oder zu recherchieren, was ein und dieselbe Künstlerin oder Wissenschaftlerin vor und nach ihrer Hochzeit geschaffen und geleistet hat.

Stelter lästert in seiner Nummer auch über den Geburtsnamen seiner Ehefrau, die sich angeblich vor Jahrzehnten von der Argumentation des „Standesbeamten“ (s. o.) hat überzeugen lassen, dass ein Doppelname bei ihrem Nachnamen nicht gut klingen würde.

Männer empfinden es als Zeichen von Schwäche, den Namen abzugeben

Was Stelter dabei geflissentlich auslässt, weil es ja den vermeintlichen „Witz“ zerstören würde, ist, dass sie genauso gut darauf hätte bestehen können, dass er ihren Nachnamen annimmt, wenn es schon ein gemeinsamer Nachname sein sollte. Das Bundesverfassungsgericht hatte sogar gerade einmal drei Monate vor der Hochzeit der Stelters (1991) geurteilt, dass ein Ehepaar keinen gemeinsamen Nachnamen wählen muss, weil dies gegen das Grundgesetz verstoße. 1994 trat das entsprechende Gesetz in Kraft.

Stelters Frau hätte also ihren Namen eigentlich nicht abgeben müssen. Die meisten Frauen entschieden sich aber damals immer noch für den Namen des Mannes – weil es so „normal“ war, weil fast alle Frauen es so machten und weil die Gleichberechtigung der Frauen noch lange nicht gesellschaftlich anerkannt war, zumal ihnen von allen Seiten suggeriert wurde, dass es vermeintlich einfacher und „besser“ so war.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. schrieb Ende 2018 zu einer Studie zu Nachnamen:

„So ist es üblich, so hat man es seit Jahrhunderten gemacht. Diese Argumentation wird meist von den Männern selbst genutzt, die es mitunter als ein Zeichen von Schwäche, von Unmännlichkeit empfinden, wenn sie den Namen ihrer Frau annehmen. Dieses Denken ist in den Köpfen vieler Menschen noch stark verwurzelt.“

Offenbar auch bei Bernd Stelter, wenn er meint, über den Namen Kramp-Karrenbauer und jetzt auch den Doppelnamen seiner Kritikerin lästern zu müssen. Wie armselig das tatsächlich ist, erkennt man am ehesten, wenn man sich noch einmal ganz klar vor Augen führt, dass uns Frauen per Grundgesetz zwar alle Rechte und gesellschaftlichen Vorteile genauso zustehen wie Männern wie Bernd Stelter. Doch sind sie für uns bis heute längst nicht alle erreichbar, während Männer sie selbstverständlich von Anfang an genießen können.

Ein Witz über Doppelnamen macht Frauen und den Kampf um ihre Rechte lächerlich

Vor diesem Hintergrund ist ein vermeintlicher „Witz“ über den Doppelnamen einer Frau eben gar nicht witzig, denn Stelter macht sich damit automatisch auch über die Geschichte, die Identität und Persönlichkeit der jeweiligen Frau lustig. Und verunglimpft gleichzeitig den Kampf, den all die Frauen vor uns gekämpft haben, damit wir Frauen heute unsere Nachnamen, unsere Identität genauso selbstverständlich beibehalten können wie ein Bernd Stelter.

Trotz aller Kämpfe geben aber 75% der Frauen heute immer noch bei der Heirat ihren Namen zugunsten des Namens des Mannes ab. Eine der traurigsten Begründungen für diese Entscheidung, die ich je gehört habe, ist, dass es „einfacher“ so sei, weil Erzieher_innen und Lehrkräfte angeblich nicht in der Lage seien, Eltern mit unterschiedlichen Nachnamen den Kindern korrekt zuzuordnen. Willkommen auf der Retrowelle Richtung 1950er Jahre. Und jemand wie Stelter trägt mit seiner Lästerei kräftig dazu bei, diesen frauenfeindlichen Unsinn weiterhin zu manifestieren – auf Kosten der Frauen und ihrer Namen, Persönlichkeiten, Identitäten und Geschichten. Kein Wunder, dass Frauen dann lieber den vermeintlich einfacheren Weg wählen.

Möglicherweise hat es Frau Stelter damals nichts ausgemacht, ihren Geburtsnamen zu verlieren. Möglicherweise findet sie es bis heute völlig in Ordnung, ihn abgelegt zu haben. Möglicherweise war es aber auch für sie nur der einfachste Weg. Und das ist selbstverständlich o. k., denn jede Frau entscheidet selbst, welchen Weg sie gehen möchte.

Selbstverständlich haben Frauen das Recht sich gegen diese Frauenfeindlichkeit zu wehren

Aber deshalb muss das noch lange nicht für alle anderen verheirateten Frauen in Deutschland gelten. Deshalb müssen Frauen mit Doppelnamen es nicht akzeptieren oder sogar lustig finden, wenn ein, ich muss es nochmal sagen, von Geburt an automatisch mit allen Freiheiten und Rechten dieses Landes verwöhnter Mann sie, die sich all das erst mühsam erkämpfen müssen, wegen ihrer oftmals nur notgedrungenen Namenswahl öffentlich verhöhnt. Kramp-Karrenbauer heiratete z. B. 1984, zehn Jahre bevor sie ihren eigenen Namen als alleinigen Namen hätte behalten können. Selbstverständlich haben diese Frauen auch das Recht sich gegen solche frauenfeindlichen Lästereien zu wehren, ob mit Pfiffen oder auch mit einer direkten Wortmeldung wie es nun eine Frau bewundernswerterweise getan hat.

Stelter sagte 2015:

„Die Ehe ist wie ein Schweizer Uhrwerk, wie die „Grande Complication“. Da sind ganz viele kleine Zahnrädchen, die zusammengeschraubt werden müssen. Einmal niesen – und du kannst von vorne anfangen.“

Nicht anders ist es mit der Gleichberechtigung der Frauen. Nur, dass bei ihr dauernd Leute wie er ganz bewusst und vor Millionenpublikum niesen und dann behaupten, das sei doch alles gar nicht so schlimm, sondern lustig.

Solltest du jetzt denken: Nee, komm, das war doch harmlos, jetzt gehste aber zu weit, mach dich doch mal locker!, dann lies gerne einmal hier im Bullshit-Bingo und hier zu 60 Jahren Gleichberechtigung weiter. Wenn du aber aktiv etwas in dieser Sache unternehmen möchtest, dann hast du z. B. diese Möglichkeiten:

  • Die Kritikerin des Comedians ist Steuerberaterin und musste bereits einen Online-Telefonbucheintrag vom Netz nehmen lassen, weil die Firma sich nicht mehr in der Lage sah all die Hasskommentare zu löschen, die auf ihrem Eintrag aufliefen. Du kannst diese Frau unterstützen, indem du z. B. ihre Dienste in Anspruch nimmst oder sie deinem Umfeld empfiehlst. Es kann und darf nicht sein, dass die Existenz einer Frau gefährdet wird, bloß weil sie sich gegen Sexismus wehrt, der vor einem Millionenpublikum als lustig verkauft werden soll.
  • Schreibe an den WDR und an Bernd Stelter und sage ihnen, was du von sexistischen Lästereien hältst, die zu Lasten von Frauen und ihren hart erkämpften Rechten gehen.
  • Bist du selbst aktiv im Karneval, ist diese Anregung von Jens Meifert in der Kölnischen Rundschau vielleicht auch eine für dich:

„Die kölschen Jecken täten gut daran, über Kritik nachzudenken, anstatt sie einfach niederzubügeln. Dem Brauchtum tut das keinen Abbruch.“

Und vergiss nicht: Kein einziger Mensch hat seit 1958 mehr das Recht darüber zu befinden, was wir Frauen als beleidigend, grenz- und ehrverletzend und frauenfeindlich einzustufen haben und wogegen wir uns (nicht) wehren sollten. Diese Entscheidungen treffen ganz alleine wir Frauen selbst, jede für sich. Auch die Kritikerin, auch du, auch ich.

In diesem Sinne: Alaaf!


Nachtrag: Du wirst dich vielleicht wundern, warum ich den Namen der Kritikerin nicht nenne, obwohl er doch durch alle Medien ging. Ich habe beschlossen, ihn nicht zu nehmen, um ihr wieder ein Stück Privatheit zurückzugeben. Nicht sie und ihr Name sollten im Zentrum dieser Diskussion stehen, sondern die Tatsache, dass wir Frauen immer noch nicht dieselben Rechte haben wie Männer, dass wir uns all das erst noch erkämpfen müssen, was ihnen ganz selbstverständlich zusteht, und nun im 21. Jahrhundert immer noch hinnehmen sollen, dass wir dafür von Männern öffentlich verhöhnt werden.

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Birte Vogel

Birte Vogel ist freie Journalistin und Autorin und hat für ihre Arbeit mehrere Auszeichnungen erhalten. Sie schreibt Bücher und Texte für Unternehmen und sie coacht Sachbuchautor_innen von der Idee bis zum fertigen Buch. Mehr zu ihrer Arbeit gibt's auf https://nordsee-text.de. Möchtest du ein Sachbuch schreiben? Hier findest du zahlreiche Tipps: https://nordsee-text.de/magazin/.
Birte Vogel

2 Gedanken zu “#StelterGate – Sind Witze über Doppelnamen frauenfeindlich?”

  1. Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!
    Hinzufügen möchte ich folgendes: Ich hätte es mir nie träumen lassen, wie oft ich zu hören bekommen würde, wie dämlich ein Doppelname sei, bzw. wie oft ein Gegenüber unbekümmert meinen eigenen Nachnamen unter den Tisch fallen lässt. Das ermüdet bzw. macht zornig. Ich kann der Dame, die den Faschingskomiker zur Rede gestellt hat, nur meinen Beifall zollen.
    Und noch als weitere Unterfütterung Ihrer Argumentation, dass verschiedene Maßstäbe für Frauen und Männer gelten: Ein Karl-Theodor zu Guttenberg mit 7 Silben ist selbstverständlich aussprechbar, ein Valéry Giscard D’Estaing ebenfalls, und keiner wegen seines Namens Zielscheibe von dummen Witzen.

    • Danke, Annette, genauso ist es. Bei Männernamen kein Problem, und über den Namen Schäfer-Gümbel lacht heute auch niemand mehr. Warum also über Namen von Frauen?!

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