Gaslighting: Wenn der nette Kerl von nebenan zum Psychopathen wird

Gaslighting ist die äußerst perfide Methode, eine Frau gezielt zu verunsichern und zu manipulieren, bis sie sich selbst nicht mehr traut, versteht und wiedererkennt. Gaslighting ist psychische Gewalt. Doch woran erkennst du es und was kannst du dagegen tun?

Dies sollten betroffene Frauen genauso lesen wie all jene, denen verunsicherte oder verängstigte Frauen schon einmal von solchen Verhaltensweisen erzählt haben. Denn diese Verhaltensweisen haben System, und sie können jede von uns treffen. Wirklich jede von uns.

Zuerst denkst du, es ist ganz normales Hinterfragen

Gaslighting ist eine Methode, die alle Geschlechter treffen kann und möglicherweise auch von allen Geschlechtern angewendet wird. Doch sie ist eine Methode, die uns Frauen besonders betrifft. Viele Männer wenden diese Methode bewusst oder unbewusst an, wenn du ihnen nicht passt, ihre Wünsche nicht erfüllst, ihre Aufgaben nicht stillschweigend mit übernimmst, sie kritisierst (ob berechtigt oder nicht), sie an ihre Versprechen und Verpflichtungen erinnerst, wenn du nicht hinter ihnen saubermachen willst, wenn du ihnen widersprichst oder wenn sie sich einfach nur an dem Gefühl aufgeilen wollen, Macht über dich, eine Frau, zu haben. So ein Mann kann dein Nachbar sein, dein Ehemann, dein Vorgesetzter oder jeder andere Mann in deinem Umfeld oder im Universum.

Das Perfide an dieser Methode ist, dass du zuerst gar nicht merkst, dass er toxisch (giftig, schädlich) ist und dich manipuliert und verunsichert. Denn als Frau wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit von Kindesbeinen an gelernt haben, dich, dein Denken und dein Handeln immer wieder zu hinterfragen. Ist es richtig, was ich tue? Schade ich jemandem damit? Ordne ich das richtig ein? Habe ich es wirklich richtig verstanden? Mache ich es so wie man es machen sollte? Kommt mein Verhalten, mein Aussehen, meine Kleidung, meine Äußerungen, meine Wünsche bei anderen vielleicht falsch an? Werden sie mir glauben? Werden sie mir XY zutrauen? Werden sie mich für verrückt halten? Verlange ich zu viel? Sollte ich es etwas netter sagen? Sollte ich dabei lächeln?

Gaslighting ist wie ein Trojaner im Computer

Auch wenn wir Opfer von Gewalt durch Männer werden, stellen wir uns zuerst diese Fragen. Genauso haben andere gelernt, uns diese Fragen zuerst zu stellen – in der Fachsprache heißt das „Victim Blaming“, die Schuld zuerst oder gleich ganz bei dem Opfer zu suchen, nicht bei dem Täter (du kennst das von Bemerkungen wie „Na ja, wenn die sich so anzieht/so viel trinkt/so verhält, ist es doch kein Wunder, dass …“).

Wir Mädchen wachsen in dem Glauben auf, dieses auf den ersten Blick scheinbar harmlose Hinterfragen sei ganz normal und helfe uns ein besserer Mensch zu werden. Unserer Rolle gerecht zu werden. Von anderen akzeptiert und gemocht zu werden. Bis wir erkennen, dass vieles daran überhaupt nicht normal ist und von Jungen gar nicht verlangt wird, haben wir dieses Verhalten längst internalisiert. Wir können es gar nicht mehr abschalten. Nutzt dann ein Mann dies gezielt für seine Zwecke aus, kann das gefährlich werden. Du kannst dir das ungefähr so vorstellen wie bei einem Trojaner im Computer.

„Ein Trojaner ist eine Malware, die sich oftmals als legitime Software ausgibt. Trojaner werden von Cyberdieben und Hackern eingesetzt, um Zugang zum System des Benutzers zu erlangen. […] Einmal aktiviert, können die Cyberkriminellen Sie mithilfe des Trojaners ausspionieren, vertrauliche Daten stehlen und Backdoor-Zugang zu Ihrem System erhalten.“ (Quelle: Kaspersky)

Was passiert beim Gaslighting?

Der nette Typ von nebenan gibt sich als ganz normaler Mann aus. Er ist freundlich, jovial, hält mal ein Schwätzchen über den Zaun, bietet dir immer seine Hilfe an, lädt dich zum Kaffee oder Eis ein, scheint gute Manieren zu haben, vielleicht legt er bei einem Treffen für dich Aftershave auf, das er sonst nie nutzt. Er macht einen anständigen, vernünftigen Eindruck, ihr habt interessante Gespräche, er erzählt (sehr) viel von sich, ihr esst mal was zusammen, ihr geht ein paarmal aus, und du hast das Gefühl, dass du da einen richtig netten Kerl kennengelernt hast.

Im besten Fall ist dieser Kerl einer, den du schnell wieder loswerden kannst. Im schlimmsten Fall bist du mit ihm zusammengezogen oder hast ihn sogar geheiratet.

Irgendwann merkst du, dass er normalerweise nie Aftershave benutzt, sondern eigentlich sehr oft nach Schweiß stinkt. Dass er dich immer öfter ins Koma labert, selbst dann, wenn du ausgiebig gähnst und sagst, dass du müde seist. Nach seinen vielfachen Hilfsangeboten übernimmt er nur sehr wenige und ganz bestimmte Aufgaben – z. B. die Stromabrechnung oder die Telefonanmeldung, das Gespräch mit dem Chef. Alles andere, die ganzen unangenehmen Aufgaben, z. B. die häuslichen Pflichten oder die niederen Schreibarbeiten, überlässt er dir.

Dir fällt plötzlich auf, dass er immer öfter Unsinn redet

Eines Tages fällt dir auf, dass er ziemlich oft Unsinn redet. Dass er dir immer häufiger vorwirft, etwas getan zu haben, was du gar nicht getan hast. Dass er dir immer wieder Dinge zusagt, aber die Zusagen nie einhält. Dass er, wenn du ihn an diese Zusagen erinnerst, dir vorwirft, ihn zu belügen, weil er das nie gesagt habe. Dir fällt auf, dass er dir immer öfter sagt, du seist paranoid, würdest dir alles nur einbilden. Dass er dir sagt, du seist lächerlich, albern, hysterisch. Und dass er das eigentlich schon ziemlich lange macht.

Da denkst du noch: Kann ja alles mal vorkommen. Kann ja sein, dass ich mich geirrt habe. Kann ja sein, dass ich das alles ganz falsch verstanden oder falsch in Erinnerung habe. Kann ja sein, dass ich überreagiert habe, dass es eigentlich gar nicht alles so schlimm ist. Denn du bist es ja gewöhnt, dich selbst erst einmal zu hinterfragen.

Und er ist schließlich ein netter Kerl – warum sollte er dir etwas Falsches sagen? Warum sollte er dir etwas vorwerfen, wenn es gar nicht stimmt? Es muss doch etwas dran sein, wenn er es sagt!

Du wirst langsam immer unsicherer

Du gehst dem nach und wirst mit der Zeit immer verwirrter und unsicherer. Denn egal wie gut du nachdenkst oder dich erinnerst – das, was er sagt, stimmt einfach nicht. Es ergibt keinen Sinn. Er hat diese Zusagen gemacht und hält sie wirklich nicht ein. Er sagt, ihr wärt doch Freund_innen, er wolle ein gutes Verhältnis zu dir haben oder er liebe dich, aber im nächsten Moment besteht er vehement darauf, mit seinen Anschuldigungen recht zu haben. Du sprichst sachlich und rational mit ihm und er wirft dir zu große Emotionalität vor. Er behandelt dich immer öfter respektlos, demütigt dich, beschimpft dich. Er wirft dir Lügen vor, aber wer lügt, ist er.

Das ist der Moment, in dem du sofort gehen solltest.

Denn bald wird er sauer. Er merkt, dass du seine Worte noch anzweifelst, dass er dich immer noch nicht ausreichend verunsichert hat, dass du immer noch deinen eigenen Gedanken einen höheren Stellenwert zuordnest als dem, was er sagt. Dass du immer noch der Ansicht bist, dass du recht hast. Dass du ihm immer noch widersprichst. Dass du immer noch darauf bestehst, dass er seine Zusagen einhält. Das macht ihn richtig böse, er brüllt dich an, er droht dir damit, dich rauszuwerfen, dir das Telefon, den Strom abzuklemmen, dir den Job zu kündigen, dein Konto einfrieren zu lassen oder was auch immer er in der Hand hat. Er baut sich bedrohlich vor dir auf, kommt dir immer näher, bis du endlich zurückweichst.

Du bekommst Angst, aber du bleibst

Du erschrickst vor seiner Wut. Vielleicht bekommst du jetzt sogar Angst vor ihm. Du bist so geschockt, dass du mit anderen darüber redest. Du erzählst ihnen von dem, was passiert ist, und sie sagen: Das glaube ich nicht. Der ist doch ein echt netter Kerl! Immer so freundlich! Hilft dir, kümmert sich um alles. Du hast so viel Glück mit dem! Du übertreibst wirklich. Das ist paranoid. Du irrst dich, der wird dir nichts tun. Der war halt irgendwann mal wegen irgendetwas sauer, mehr nicht. Kann man doch auch verstehen. Irgendetwas wirst du schon getan haben, um ihn so gegen dich aufzubringen. Jetzt komm mal wieder runter und mach da kein Drama draus. Unterstütze ihn lieber um des lieben Friedens willen. Dann machst du halt mal das, was er will, was ist schon dabei. Komm ihm einfach ein paar Schritte entgegen. Du wirst sehen, dann renkt sich das schon wieder ein.

Also bleibst du.

Möchte er jetzt noch ein bisschen mit dir spielen, ist er eine Zeitlang wieder ganz nett. Vielleicht hält er eine Zusage tatsächlich einmal ein. Oder er lädt dich übergangslos zu seinem Geburtstag ein oder macht dir ein Geschenk und kümmert sich ganz besonders um dich. Er nimmt dir Arbeiten und unangenehme Termine ab, auch wenn du ihn nicht darum gebeten hast. Und er hält sich mit neuen Vorwürfen und Manipulationen zurück.

Bis er sich am Ziel sieht

Bis du das Gefühl hast, dass du dich in allem geirrt haben musst, denn er ist doch wirklich einfach nur nett. Da hatten die anderen dann wohl doch recht. Weil dir das aber vor denen so peinlich ist, ziehst du dich zurück und bist dir bald sicher, dass wirklich irgendetwas mit dir nicht stimmt. Dass du übertreibst, paranoid bist, hysterisch, vergesslich, verwirrt. Dass er recht hat und nicht du.

In dem Moment weiß er, dass er am Ziel ist. Niemand glaubt dir, denn alle halten ihn ja für einen ganz harmlosen, netten Typen. Ihnen gegenüber gibt er sich ja auch so. Du bist die einzige, die sagt, dass er eben nicht nett ist. Du bist die einzige, die ihm immer wieder vorgeworfen hat zu lügen, worauf er aber kontert, dass du diejenige seist, die lügt. Jetzt denkst du, vielleicht hast du ihn ja wirklich mit irgendetwas verletzt oder provoziert, dass er dich so schlecht behandelt. Vielleicht mit dem Hinterfragen seiner Worte, Handlungen und Motive?! Vielleicht damit, dass du anderen von ihm und seiner Methode und deiner Angst erzählt hast?

“Wenn eine Frau zu ihrem Mann sagt, dass sie Angst vor ihm hat […], dann spürt sie, dass er dazu fähig ist, Gewalt anzuwenden.“ (Christine Finke)

Vielleicht hast du ihm sogar gesagt, dass du Angst vor ihm hast, weil du hoffst, dass er erkennt, dass er zu weit gegangen ist. Möglicherweise hat er sich schnell entschuldigt. Wahrscheinlicher aber ist, dass er es einfach übergeht. Dass er so tut, als sei überhaupt nichts passiert. Vielleicht gibt er sogar dir die Schuld an deiner Angst.

Glaub mir, wenn du bis jetzt noch nicht gegangen bist, solltest du spätestens jetzt gehen. Egal, wie schwer das für dich ist.

Es wird nicht besser werden, er wird sich nicht ändern

Denn es wird nicht besser werden, im Gegenteil. Er wird dich weiterhin zermürben, dein Selbstvertrauen zerstören, dich fertigmachen, dich von deinem Umfeld isolieren. Es kann der Tag kommen, an dem du ihm selbst die infamste, offensichtlichste Lüge glauben wirst, weil dir dein eigenes Urteilsvermögen völlig abhanden gekommen sein wird. Du wirst dir selbst nicht mehr trauen, du wirst denken, du seist total verrückt geworden.

Vielleicht hast du das Gefühl, dass du deshalb nicht mehr unter die Leute gehen, dein Gesicht draußen zeigen kannst. Vielleicht denkst du sogar, dass du gar nicht mehr arbeiten gehen kannst, denn wie könntest du Geld dafür erwarten, dass du offensichtlich alles falsch verstehst und durcheinander bringst? Niemand wird so viel Geduld mit dir haben wie er, sie werden dich hochkantig rauswerfen und vor aller Welt blamieren. Währenddessen wird er vielleicht nicht einmal davor zurückschrecken, dich bei anderen schlecht zu machen, deinen Ruf zu ruinieren und dir am Ende nicht nur psychisch, sondern auch körperlich Gewalt anzutun. Denn, wie ich hier schon zitierte:

„Nicht selten ist es nur ein kleiner Schritt von der sprachlichen Aggression zur körperlichen Gewalt“. (Peter Schlobinski, Michael Tewes)

Auch wenn es hart ist: Geh! Sofort! Denn er wird sich nicht ändern. Nie.

Was solltest du unbedingt wissen, wenn du von Gaslighting betroffen bist?

  1. Du irrst dich nicht!
    Du erinnerst dich völlig richtig. Du machst es richtig. Du bist weder hysterisch noch paranoid noch albern noch dumm. Du verbiegst nicht die Tatsachen, du lügst nicht, du hast wertvolle Beziehungen (außer zu ihm), du bist fähig deinen Job auszuüben, du hast viele andere wert- und liebevolle Eigenschaften. Du bist ein wertvoller Mensch und genau richtig so wie du bist.
  2. Du bist nicht allein!
    Zahllose Frauen werden Opfer solcher Männer, egal, woher sie kommen, egal, welche Bildung sie haben, egal, welche Gehaltsklasse sie haben – jede Frau dieser Welt kann Opfer eines Gaslighters werden. Du kannst es werden. Auch ich bin es geworden.
  3. Du kannst etwas dagegen tun!
    • Begegne diesem Mann nur noch unter Zeug_innen. Auch dann, wenn du glaubst, dass alles wieder gut ist oder du vielleicht doch übertreibst. Auf diese Weise hast du immer einen Nachweis, falls er sich trauen sollte, selbst vor Zeug_innen zu lügen.
    • Triff Abmachungen nur noch schriftlich. Er kann dir leicht Lügen vorwerfen, wenn es nichts Schriftliches gibt. Sowie aber Schriftsachen vorliegen, kann er sich nicht mehr so leicht da herauswinden. Versuche deshalb, soviel wie möglich schriftlich festzuhalten.
    • Führe ein Protokoll. Schreibe alle Vorkommnisse, alle seine Behauptungen, alle seine Lügen, seine Widersprüche, Demütigungen und Manipulationsversuche detailliert auf. Notiere auch deine eigenen Nachweise dazu, wenn du sie hast. Mache dir immer sofort ein Gedächtnisprotokoll, schiebe es nicht auf. Die wichtigsten Details hast du vielleicht morgen schon vergessen.
    • Bau dir ein Unterstützer_innen-Netzwerk auf. Wenn dir dein Umfeld nicht glauben will, suche dir andere Menschen. Isoliere dich auf gar keinen Fall. Tritt z. B. einer Selbsthilfegruppe bei, vor Ort oder im Internet (z. B. hier: https://www.facebook.com/groups/narzissmushilfe/).
    • Wenn es dir schon schlecht geht, suche dir bitte Hilfe durch eine_n Therapeut_in. Dort kannst du fachlichen Rat bekommen, wie du dich selbst stärken kannst, um dem Gaslighter in Zukunft zu begegnen oder von ihm loszukommen. Oder lies mindestens das Buch „Der Gaslight-Effekt“ von Dr. Robin Stern. Hier findest Du viele Hinweise und Praxistipps, wie du dich selbst schützen und durch gezieltes Handeln das Verhalten des Gaslighters unterbinden kannst.
    • Achte besonders gut auf dich selbst. Kümmere dich um dein Wohlergehen. Stelle dich in den Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit, behandle dich besonders gut, tue dir viel Gutes. Mache dies ganz bewusst, denn du bist es wert. Je besser es dir geht, desto weniger Angriffsfläche bietest du diesem Gaslight-Trojaner.
    • Bleibe ganz klar in dem, was du sagst. Wenn er etwas verschleiert, hake nach. Der Gestalttherapeut Ralf Grabowski rät z. B. dazu, die folgenden Fragen zu stellen, wenn nötig auch wiederholt: „Um was geht es dir genau?“, „Und welche Frage hast du an mich?“, „Was brauchst du von mir, was kann ich genau tun?“ und „Was meinst du damit?
    • Lege deine Grenzen selbst fest. Grabowski rät außerdem, die eigenen Grenzen festzustecken. Die solltest du dem Mann auch mitteilen, z. B. durch klare Ansagen wie: „Ich möchte nicht, dass du so über mich sprichst!“, „Hör auf damit!“ oder „Das ist nicht meine Verantwortung.“ Es sei sehr wichtig, darüber dann nicht zu diskutieren, sondern dies so stehenzulassen.
  4. Glaube dir selbst!
    Auch wenn es dir vielleicht schwerfällt, gerade wenn sogar dein direktes Umfeld glaubt, dass du spinnst: Glaube dir selbst, habe Vertrauen in dich und deine Stärken. Denn mit dir ist alles völlig in Ordnung.
  5. Er wird sich nicht ändern!
    Wenn ein Gaslighter nicht wütend wird, ignoriert er deine Einwände, deine Kritik, deine Vorwürfe oft völlig. Auch dann noch, wenn du sie belegen kannst und ihm sehr rational gegenüber trittst. Er tut einfach so, als sei gar nichts gewesen. Sollte er dir dennoch einmal hoch und heilig versprechen, dass er sich ändern wird, dass das alles nie wieder vorkommen wird, glaube ihm nicht. Er wird sich nicht ändern. Jedenfalls nicht für dich. Genauso wenig wie sich ein einmal eingeschleuster Trojaner im Computer von selbst deaktivieren wird, solange er dich noch für seine Zwecke braucht.

Was du tun kannst, wenn du nicht selbst von Gaslighting betroffen bist

Wenn eine Frau ihrem Umfeld von dem berichtet, was dieser Mann mit ihr macht, wie er sie manipuliert und gezielt verunsichert, dann erlebt sie häufig dies: Man glaubt ihr nicht. Zum einen hat er vorgesorgt, da er allen Leuten immer als sehr nett, sehr hilfsbereit und umgänglich gegenüber tritt. Dass er die versprochene Hilfe meistens nicht leistet, redet man sich damit schön, dass er einfach viel zu tun oder es schlicht vergessen hat.

Einer Frau automatisch erst einmal nicht zu glauben, hat leider Methode in unserer Gesellschaft. Das zeigt sich bei fast jedem Prozess, in dem die Aussagen einer vergewaltigten Frau immer zuerst in Zweifel gezogen werden. Das zeigte schon die #MeToo-Debatte überdeutlich. Aber es präsentiert sich auch in Fällen wie dem Fall Kavanaugh in den USA. Obwohl dem angehenden Richter mehrere Frauen, u. a. die Psychologin Prof. Christine Blasey Ford, sexuelle Gewalt vorwarfen, wurde den Frauen nicht geglaubt. Ihre Aussagen wurden sogar als so unerheblich abgestempelt, dass Kavanaugh trotzdem in den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof der USA, gewählt wurde.

Deshalb hier ein paar Tipps für den Fall, dass sich das Opfer eines Gaslighters an dich wendet:

  1. Glaube ihr.
    Diese Frau erzählt dir nicht eine derart haarsträubende Geschichte, um sich wichtig zu machen. Sie bildet sich das nicht nur ein. Sie übertreibt nicht und ist nicht hysterisch. Gaslighting kann jeder Frau passieren, auch dir. Es ist auch mir passiert. Glaube ihr deshalb immer, wenn sie dir davon erzählt.
  2. Sag ihr, dass das Ganze einen Namen hat.
    Wenn Sie dir von solchen Vorfällen wie den oben geschilderten erzählt, erzähl ihr, dass das Ganze einen Namen hat: Gaslighting. Sie wird so sehr von Selbstzweifeln geplagt oder schon zerfressen sein, dass es wie ein Wunder für sie sein kann, dass diese pathologische Handlungsweise vieler Männer bereits wissenschaftlich untersucht wird. Ich kann dir gar nicht beschreiben, was für eine unendlich große Erleichterung es für mich war dies zu erfahren. Zu erkennen, dass es real ist. Dass ich mir das wirklich nicht einbilde. Dass ich nicht die erste und einzige bin, die das durchmachen muss. Dass es nicht meine Schuld ist. (Mehr dazu kannst du hier nachlesen.)
  3. Fang sie auf.
    Wenn sie dir davon erzählt, dann weil sie alleine damit nicht mehr klarkommt. Sie kommt zu dir, weil sie noch einen allerletzten winzigen Rest von Selbstbewusstsein und Urteilsvermögen übrig hat. Fang sie in ihrer Verzweiflung auf. Höre ihr zu. Suche keine möglichen Gründe für sein Handeln, gib ihr keine gutgemeinten Ratschläge, wie sie wieder Frieden ins Haus oder in die Beziehung bringen kann, denn du hast ziemlich sicher nicht ansatzweise eine Ahnung von dem, was sie wirklich durchmacht und wie man da am besten handeln sollte. Gib ihr stattdessen zu verstehen, dass du für sie da bist, wenn sie dich braucht, dass du ihr zuhörst.
  4. Sei für sie da.
    Und dann sei auch für sie da. Sag nicht: Jetzt passt es gerade nicht, komm doch in einer Stunde oder morgen wieder. Nimm sie auf, hör ihr zu, gib ihr das Gefühl, dass sie nicht alleine ist. Du wirst das nicht bis in alle Ewigkeit tun müssen, sondern nur, bis sie wieder stark genug ist, um ohne deine Hilfe auszukommen.
  5. Rate ihr zu einem Protokoll der Vorkommnisse.
    Sollte es einmal zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen, weil der Gaslighter zum Stalker geworden ist oder von der psychischen und verbalen zur beweisbaren körperlichen Gewalt übergegangen ist, dann ist es wichtig, die vorherigen, scheinbar harmlosen Vorkommnisse gut protokolliert zu haben. Je genauer, desto besser. Ist die Frau selbst noch nicht so weit, es zu tun, dränge sie nicht. Führe du stattdessen mit ihrem Wissen ein Protokoll über das, was sie dir erzählt. Aber behalte im Vertrauen Erzähltes für dich, bis sie dir die Erlaubnis gibt, mit anderen darüber zu reden.
  6. Hilf ihr als Zeug_in.
    Wenn sie dich darum bittet, als Zeug_in bei Gesprächen dabei zu sein, dann tue das. Wenn sie dich nicht darum bittet, biete es ihr an. Deine Anwesenheit wird sie stärken und ihr den Mut geben, ggf. nötige Dinge mit ihm zu klären, die sie sonst immer weiter aufschieben würde, was meist zu ihrem Nachteil sein wird.
  7. Hilf ihr, aus der Beziehung rauszukommen.
    Diesen Schritt muss sie alleine machen. Aber du kannst sie dabei unterstützen, z. B. indem du ihr bei der Wohnungssuche hilfst, den Umzug planen hilfst, Umzugskartons besorgst, manche Dinge vorübergehend bei dir unterstellst, einen LKW auf deinen Namen buchst usw.
  8. Geh mit ihr zur Polizei.
    Wenn sie Anzeige gegen den Mann erstatten oder ein Kontaktverbot, eine einstweilige Verfügung o. Ä. erwirken möchte, geh mit ihr zur Polizei. Dein Beisein wird sie bestärken.
  9. Zwinge sie zu nichts.
    Eine Frau, die einem Gaslighter zum Opfer gefallen ist, muss erst wieder lernen, eigene Entscheidungen zu treffen, sich selbst zu vertrauen. Zwinge sie zu nichts, denn wenn du das tust, untergräbst du diesen Weg zurück in die Freiheit genauso wie es der Gaslighter getan hat. Hilf ihr stattdessen, ihre Optionen kennenzulernen und aus ihnen die Richtige für sich zu wählen. Bedenke dabei nur: Was für sie richtig ist, ist nicht immer das, was du für das Richtige hältst oder was für dich das Richtige wäre.
  10. Hol sie aus ihrer Isolation heraus.
    Lade sie zu dir ein, um sie aus ihrer Isolation herauszuholen. Auch wenn sie immer wieder absagt: Gib ihr das Gefühl, dass sie nicht alleine ist. Bringe andere Menschen mit ins Boot. Hilf ihr, sich ein Netzwerk von Unterstützer_innen aufzubauen, damit sie wieder lernen kann, dass es Menschen gibt, die ihr glauben. Die nichts an ihr oder an dem, was sie sagt, hinterfragen. Die sie wertvoll und nett und liebenswert finden und ihr keine Fehler oder gar Lügen vorwerfen. Die sie so annehmen wie sie ist und schon allein dadurch aufbauen und stärken können.
  11. Gib ihr Zeit.
    Es kann lange dauern, bis eine Frau, die Opfer eines Gaslighting-Psychopathen geworden ist, wieder Selbstvertrauen hat. Gib ihr die Zeit. Auch wenn du manchmal die Geduld mit ihr verlieren magst, denke daran, dass sie nicht so wäre, hätte dieser Mann nicht durch sein Verhalten so unwahrscheinlich viel in ihr zerstört. Es dauert, das alles wieder Atom für Atom aufzubauen. Gaslighting ist Gewalt gegen Frauen, psychischer Missbrauch. Diese Frauen brauchen all unsere Unterstützung, sie brauchen gute, funktionierende und verlässliche Beziehungen, und sie brauchen Zeit sich selbst wiederzufinden.

Woran erkennst du Gaslighting?

Hier noch einmal zusammengefasst die Warnzeichen – damit du in Zukunft sofort erkennst, ob der nette Kerl von nebenan wirklich nur ein bisschen zerstreut ist oder ob er ein emotionsloser Narzisst oder Psychopath ist, der sich daran aufgeilt, dich zu verunsichern, zu manipulieren und mit dir zu spielen:

  • Er nimmt dir wichtige Arbeiten ab.
    Der Mietvertrag läuft auf seinen Namen, genauso wie das Telefon und alle Versorgungsdienstleistungen. Oder er betreut deinen Hauptkunden mit. Oder er bespricht deine Gehaltserhöhung mit den Vorgesetzten, ohne dich miteinzubeziehen. Oder er hält alleine den Kontakt zum Vermieter, selbst wenn ihr beide den Mietvertrag unterschrieben habt. Oder er macht deine Termine ab. Oder er macht deine Buchhaltung. Vielleicht gibst du ihm sogar Verfügungsgewalt über dein Konto, weil er sich so gut damit auskennt. Er nimmt dir all diese Arbeiten ganz ritterlich ab, und du bist zunächst froh, dass du mit dem lästigen Zeug nichts zu tun haben musst. Bis er dich damit erpresst. Bis er dir offen oder unterschwellig droht, dir all das wegzunehmen. Und wenn dir nicht passe, was er macht, könntest du ja jederzeit gehen.
  • Was er sagt, und was er tut, sind zwei verschiedene Dinge.
    Oft macht er etwas anderes oder das genaue Gegenteil dessen, was er ankündigt, und behauptet später entweder, dass er das auch genau so angekündigt habe oder dass er das so nie gesagt habe.
  • Er lügt dir mitten ins Gesicht, selbst dann noch, wenn seine Lüge offensichtlich ist.
    Er lügt bewusst, er lügt gezielt, und er lügt, ohne rot zu werden. Die Lügen kommen ihm so leicht, klar und glaubhaft von den Lippen, dass sie wie Wahrheit klingen.
  • Er behauptet aber, du lügst.
    Er sagt zu dir, dass nicht er lügt, sondern du. Und falls andere, die etwas anderes behaupten als er, ebenfalls lügen. Um dich davon zu überzeugen, dass nur er recht hat, behauptet er, die anderen seien eifersüchtig, wollten euch trennen, wollten ihn schlecht reden, wollten ihm ans Leder, würden ihn nicht so gut kennen wie du, wären auf seinen Job aus usw. Hat er dich einmal bei einer kleinen Notlüge oder einer kleinen Unkorrektheit ertappt, bringt er die immer wieder als angeblichen Beweis dafür an, dass du angeblich lügst.
  • Er behauptet, er habe das nie getan.
    Egal was es ist, egal wie häufig er dir etwas zugesagt hat, egal, worum es geht: er behauptet, er habe das nie gesagt oder getan. Selbst wenn er es gerade fünf Minuten vorher gesagt oder getan hat. Stattdessen wirft er dir Lügen vor (s. o.), angebliche Hysterie und Manipulationsversuche.
  • Er verdreht die Tatsachen.
    Er sagt, es sei alles dein Fehler. Du würdest alles falsch machen. Du würdest lügen. Du würdest dir Sachen ausdenken, um ihm zu schaden. Du würdest alles so drehen, dass er als der Schuldige dastünde. Du würdest alles kaputtmachen. Du würdest es dir auf diese Weise immer mit allen versauen. Je mehr du dich verteidigst, desto vehementer behauptet er das Gegenteil. Und er sagt das so lange, so laut, so wütend und bedrohlich, bis du klein beigibst oder es glaubst. Und bis andere es ihm glauben.
  • Er behauptet, du seist nichts wert.
    Das, was du tust, sei nichts wert. Dein Kind sei nichts wert. Deine Eltern seien nichts wert. Alles, was dir wichtig ist, sei nichts wert. Du würdest eh nur Fehler machen. Du würdest nichts richtig können. Deshalb sei deine Beschäftigung damit, dein Arbeiten, Sorgen und Kümmern zwanghaft, verrückt, egoistisch usw.
  • Er ist ein Energievampir.
    Alles, was er sagt und tut, entzieht dir Energie, Tag für Tag. Denn jede schneidende Bemerkung, jede Lüge, jede Behauptung von ihm kostet dich Kraft. Deine Gedanken kreisen bald nur noch um ihn und seine perfiden Psychospielchen und seine Bedrohung. Die ständige Beschäftigung damit, seine Behauptungen, Anschuldigungen und Lügen zu entwirren oder zu widerlegen, kostet aber wahnsinnig viel Kraft. Jeder Versuch, sich nicht unterkriegen, nicht verwirren, nicht manipulieren zu lassen, bremst dich aus. Das ständige Selbst-Hinterfragen deines Denkens und Handelns laugt dich aus. Nicht mehr so recht zu wissen, was du glauben kannst und wer du eigentlich bist, entzieht dir jeden Lebenssaft. Bis bald nichts mehr von dem Menschen, der du einmal warst, übrig ist.
  • Er ist nicht immer so zu dir.
    Manchmal, oft urplötzlich, ist er wieder ganz nett, lädt dich zu einer Feier ein, ist liebevoll, umsorgt dich, macht dir ein Geschenk, lobt dich oder das, was du tust. Bis du dich wieder bei ihm sicher fühlst und glaubst, dass du dir das alles dann wohl doch eingebildet haben musst.
  • Er geilt sich an deiner Verunsicherung auf.
    Wenn er dich endlich zutiefst verunsichert und von deinen Freund_innen, deiner Familie, deinem Job entfremdet hat, ist er der letzte und einzige, der noch für dich da ist. Das genießt er. Dass du vollkommen abhängig von ihm bist und er mit dir machen kann, was er will. Und das ist in der Regel nichts Gutes.
  • Seine Freund_innen finden genau wie er, dass du übertreibst.
    Er hat sein gesamtes Umfeld davon überzeugt, dass du total übertreibst. Dass du dich lächerlich machst, dass du hysterisch bist. Er blamiert dich vor ihnen, erzählt ihnen Lügen über dich, aber stellt dich als die Manipulative, Geisteskranke dar. Dadurch isoliert er dich immer weiter.
  • Er sorgt dafür, dass sich herumspricht, wie irre du angeblich bist.
    Denn er will dich noch stärker isolieren. Irgendwann fangen die Leute an, dich schräg anzuschauen, dich zu meiden. Wenn sie überhaupt einmal mit dir reden, dann nur von oben herab, bemitleidend, besserwissend, belehrend. Du wirst nirgendwohin mehr eingeladen. Bietest du deine Hilfe an, lehnen sie ab. Wenn du dich bewirbst, bekommst du keinen Job. Sie glauben dir nicht mehr. Schließlich wäre doch bislang immer alles gut gewesen; wenn es wirklich so wäre wie du es schilderst, hättest du das doch viel früher oder sogar ganz zu Anfang wissen müssen. (Anm. d. Red.: Nein, das hättest du nicht wissen können, lass dir das nie einreden!)
    Niemand traut dir jetzt noch irgendetwas zu. Niemand will mehr etwas mit dir zu tun haben. Und du schweigst, weil du denkst, wenn all die anderen dich für irre halten, dann muss da ja wohl etwas dran sein. Dein Selbstbewusstsein ist am Boden, du zweifelst an deinem Urteilsvermögen, aber der einzige, den du überhaupt noch um Rat fragen kannst, ist er. Dann hat er dich genau da, wo er dich von Anfang an haben wollte. Völlig am Boden, von ihm absolut abhängig. Sein Fußabtreter.

Einen Erfahrungsbericht, wie es mir selbst als Opfer eines Gaslighters ergangen ist, kannst du hier nachlesen: „Die stille Gewalt gegen Frauen – lasst uns endlich darüber reden!

Abschließend noch einmal der Lesetipp:

Dr. Robin Stern
Der Gaslight-Effekt. Wie Sie versteckte emotionale Manipulationen erkennen und abwenden
Verlag Komplett-Media 2017
22,99 Euro (Broschur)
17,95 Euro (E-Book)

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Birte Vogel

Birte Vogel ist freie Journalistin und Autorin und hat für ihre Arbeit mehrere Auszeichnungen erhalten. Sie schreibt Bücher und Texte für Unternehmen und sie coacht Sachbuchautor_innen von der Idee bis zum fertigen Buch. Mehr zu ihrer Arbeit gibt's auf https://nordsee-text.de. Möchtest du ein Sachbuch schreiben? Hier findest du zahlreiche Tipps: https://nordsee-text.de/magazin/.
Birte Vogel

4 Gedanken zu „Gaslighting: Wenn der nette Kerl von nebenan zum Psychopathen wird“

  1. Es gibt nur sehr wenige Geschichten, die ausführlich berichten, was beim narzisstischen Missbrauch in einer Liebesbeziehung passiert. Bei Bayern 2 gab es vor einigen Wochen eine Sendung zum Thema, in der ein Typ berichtet, nicht nur wie er reingeraten ist, sondern auch, wie er hinausgefunden hat:

    https://www.lesenmitlinks.de/gaslighting-ich-habe-angst-vor-meiner-ex/

    Er sagt unter anderem: „Wenn wir unterwegs waren, habe ich versucht, mich zu beherrschen. Wenn wir im Café saßen, habe ich krampfhaft in Tinkas Gesicht geschaut, bloß nicht in Richtung anderer Tische. Ich bin unsicher geworden. Ich bekam Panikattacken. Ich hatte fürchterliche Verspannungen und Schlafstörungen. Mir war klar: jederzeit kann eine neue Bombe hochgehen.“

    und das alles wird umfangreich in diesem Buch erzählt, das auf eine reale Geschichte zurückgeht. Es ist wirklich unheimlich und man kann die Geschlechter ebenso gut austauschen, es bleibt sich gleich:

    https://literatourismus.net/2019/01/jan-drees-sandbergs-liebe/

    Antworten
    • Danke für die Links, Kristian. Sehr krass, wirklich. Beim Lesen leide ich richtig mit. Und, na klar, auch Frauen können leider Gaslighterinnen sein. Die große Mehrheit ist allerdings wohl eher männlich – schreibt zumindest Dr. Robin Stern in ihrem Buch.

    • Gute Frage, Sylvia. Ich denke, höchstens ein ähnlich narzisstischer Typ könnte davor gefeit sein. Für alle anderen wäre es m. E. wichtig, die Methoden des Gaslighting zu kennen und sie deshalb frühzeitig durchschauen zu können. Deshalb hoffe ich, dass die Methode bald zum Standardwissen gehört, damit immer mehr potenziell Betroffene die Chance haben, rechtzeitig erkennen zu können, wen sie da wirklich vor sich haben. Und damit immer mehr Menschen wissen, wenn eine Frau mit einer solchen haarsträubenden Geschichte auf ihrer Matte steht, dass diese Geschichte ziemlich sicher wahr ist, und dass diese Frau dringend ihre Unterstützung und Solidarität braucht.

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