Der Automatismus in der Sexismus-Debatte – Heute: Ein Gedicht ist ein Gedicht?

Der Automatismus in der Sexismus-Debatte. Foto: Free-Photos/Pixabay, Grafik: Birte Vogel

Sie reden wieder über Gedichte! Der Grund der Debatte ist aber ein Gedicht an einer Berliner Hauswand. Manche wollen das Gedicht von der Wand entfernt sehen, weil es sexistische Hintergründe habe. Andere verteidigen Kunst per se als über jeden Verdacht erhaben und verreißen die Kritik. Und offenbaren damit eine frauenfeindliche Haltung, die uns zu denken geben muss.

Der Automatismus in der Sexismus-Debatte. Foto: Free-Photos/Pixabay, Grafik: Birte Vogel

An der Südwand der Alice Salomon Hochschule in Berlin befindet sich das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer, das (aus dem Spanischen übersetzt) so lautet:

„Alleen
Alleen und Blumen
Blumen
Blumen und Frauen
Alleen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer“

Der AStA (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) der Hochschule wandte sich im April 2016 (ja, vor eineinhalb Jahren) in einem offenen Brief an das Rektorat der Hochschule. Darin schreibt der AStA:

„Wir halten es grundsätzlich für begrüßenswert, dass die ASH [Alice Salomon Hochschule; Anm. d. Red.] jährlich Künstler*innen würdigt, die „durch ihre besondere Formensprache und Vielfalt zur Weiterentwicklung der literarischen, visuellen sowie musischen Künste beitragen und dabei immer interdisziplinär arbeiten und wirken“ […]. Es ist ebenfalls nicht unser Anliegen, das Gesamtwerk Eugen Gomringers in Frage zu stellen.

Dennoch kommen wir nicht umhin, ausgerechnet dieses Gedicht als offizielles Aushängeschild unserer Hochschule zu kritisieren: Ein Mann, der auf die Straßen schaut und Blumen und Frauen bewundert. Dieses Gedicht reproduziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, in der Frauen* ausschließlich die schönen Musen sind, die männliche Künstler zu kreativen Taten inspirieren, es erinnert zudem unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen* alltäglich ausgesetzt sind. […]

Zwar beschreibt Gomringer in seinem Gedicht keineswegs Übergriffe oder sexualisierte Kommentare und doch erinnert es unangenehm daran, dass wir uns als Frauen* nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches „Frau*-Sein“ bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die häufig unangenehm ist, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt.

Die U-Bahn-Station Hellersdorf und der Alice-Salomon-Platz sind vor allem zu späterer Stunde sehr männlich dominierte Orte, an denen Frauen* sich nicht immer wohl fühlen können. Dieses Gedicht dabei anzuschauen wirkt wie eine Farce und eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können.“

Die Kritik des AStA spricht viele Fragen an, die in unserer Gesellschaft noch immer nicht beantwortet sind. Obwohl es um Frauen, also die Mehrheit der Gesellschaft geht, weshalb eine Auseinandersetzung dringend nötig wäre.

Warum und ab wann kippt männliche „Bewunderung“ ins Negative?

Es sind Fragen wie diese: An welchem Punkt kippt männliche „Bewunderung“ für Frauen ins Negative? Und warum eigentlich? Welche Erfahrungen müssen Frauen lebenslang gemacht haben, um das, was viele Männer als „harmlose Bewunderung“ ansehen, eben nicht als harmlos zu empfinden? Sondern als übergriffig, sexistisch und beängstigend?

Wir sollten auch darüber diskutieren, warum diese Erfahrungen bis heute allzu häufig mit „Ach, stell dich nicht so an!“ oder „Dann zieh dir halt was anderes an!“ verharmlost und herabgewürdigt werden.

Wir sollten uns auch selbst einmal fragen, warum die Sicht eines Mannes, seine Wünsche, seine Begierde immer noch als weit wichtiger und realer angesehen und daher viel eher respektiert werden als das, was er damit bei Frauen auslösen kann. Warum Frauen und ihre Erfahrungen immer noch nicht ernst genommen werden – insbesondere und viel zu oft auch von anderen Frauen.

Die Hochschule selbst hat sich zwar sehr viel Zeit für ihre Entscheidung gelassen, aber sie hat das Anliegen des AStA offensichtlich ernst genommen: Ende August 2017 rief sie Hochschulangehörige dazu auf, Vorschläge für eine „(Neu-)Gestaltung der Südfassade“ einzureichen.

Das allein ist ein enorm wichtiger Schritt, denn er signalisiert: Hier werden die Bedenken, Sorgen und Ängste von Frauen ernst genommen, selbst wenn man, wie der Rektor in der FAZ von sich selbst sagt, persönlich anderer Meinung ist. Wie sie am Ende entscheiden werden, – ob das Gedicht bleibt und sichtbar kommentiert wird, oder ob man es entfernt oder ersetzt, – wird sich zeigen.

Obacht! Da sagt schon wieder eine „Sexismus“!

Doch mit dieser Haltung, Frauen und ihre Belange und Forderungen ernst zu nehmen, steht die Hochschule weitgehend alleine da. Allerorten kommt der typische Automatismus unserer Zeit in Gang: eine Gruppe von Frauen beklagt öffentlich Sexismus, und sofort sagen viele: „Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?“ „Wollt Ihr uns umerziehen?“ und wesentlich Schlimmeres oder haben die Kritik gar nicht erst verstanden.

Auch die Tochter des Dichters, Nora-Eugenie Gomringer, schlittert in ihrem theatralisch dozierten Video auf Facebook mit dem Titel „Gedichte Polizei Gom Ringer“ recht weit am Kernpunkt der Kritik vorbei. Von einem akademisch-elitären Podest herunter klärt sie auf, wie man das Gedicht bittesehr zu interpretieren habe.

Sie sieht die Kunst ihres Vaters erhaben über jeden Vorwurf des Sexismus und vergisst, dass das Gedicht aus dem Jahr 1953 stammt. Dass es deshalb durchaus legitim ist, die Frage zu stellen, ob ein Gedicht aus einer sehr frauenfeindlichen Zeit mit den entsprechenden Denkmustern und Bildern in der heutigen Zeit noch an einem Gebäude prangen muss.

In ihrem frommen Wunsch, das „Und“ möge alle verbinden und schleunigst erleuchten, damit sie nicht mehr „Gedichte-Polizei spielen“ muss, übersieht Gomringer auch, dass gerade dieser Wunsch ein patriarchaler ist. Denn er richtet sich allein nach der Sicht und den Vorstellungen des Dichters – und missachtet die Sicht und Vorstellungen der Rezipientinnen.

Und das, obwohl Lyrik nie nur das ist, was die Urheber_innen darin sehen – sie lebt von dem, wie die Rezipient_innen sie aufnehmen. Und zwar auf der Basis ihres eigenen Erlebens und Wissens. Doch das soll hier nun plötzlich nicht gelten.

Für ihr Video erntet Gomringer reichlich frauenfeindlichen Applaus, auch von einigen, die wiederum ihre Kritik offensichtlich genauso wenig verstanden haben wie die des AStA. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Kritik von Frauen wird automatisch niedergeschrie(b)en

Was dem Statement der Hochschule folgte, ist der übliche Automatismus, wenn eine Frau „Sexismus“ sagt: Sofort wird in aller Öffentlichkeit drauflos gehetzt. Und zwar ohne vorher zu schauen, ob der Grund für das Wort nicht vielleicht doch ein valider Grund ist. Denn, weil es nur um Frauen geht, weil es Frauen geäußert haben, kann der Grund ja nicht valide sein.

Die Reaktionen auf Nora Gomringers Video – von einigen wenigen abgesehen, die sich tatsächlich mit der Wirkung von Lyrik, Sprache und Denkmustern auf die alltägliche Realität der Frauen beschäftigt haben – sind vielfach von unterschwelliger bis sehr offener Frauenfeindlichkeit geprägt. Die Kommentare reichen von „sehr abstrus“, „völlig absurde Diskussion“, über „schwachsinnig“ und „Paranoia“ bis zu „Zensurwut“, „nicht weit von Erdogans Einstellung“ und dem Wunsch, die Initiatorin der Kritik möge doch „eine Weile in der Hölle schmoren“.

Die vorwiegend männlichen Kritiker in den Medien klingen ganz ähnlich. Harry Nutt schreibt in der Frankfurter Rundschau über vermeintlich

„erschütternde Willfährigkeit […] ohne Rücksicht auf mögliche künstlerische Mehrdeutigkeit“.

In der FAZ fragen Sandra Kegel und Jan Wiele in perfektem Whataboutism*:

„Ist die Ausschreibung zur Neugestaltung ohne Erwähnung dessen, was dort bislang zu sehen war, nicht eine Diskriminierung des Künstlers Eugen Gomringer?“

Frauenfeindliches Argumentationsmuster: von sexueller Gewalt zu islamistischen Burkas

Wolfgang Stenke stimmt auf WDR 3 in diesen Automatismus mit ein. Er befindet, der Bogen zwischen dem Gedicht und dem Erleben der Frauen sei „extrem weit gespannt“ (als könne er als Mann das beurteilen) und behauptet, es sei eine „Farce“ und eine „Diskriminierung“ des Dichters. Er entblödet sich auch nicht, eins der vielen frauenfeindlichen Totschlagargumente zu bringen:

„Ist Bewunderung von Schönheit gleichzusetzen mit blöder Anmache? In welchen Verhältnissen wollen junge Leute leben, die Ästhetik und jegliche erotische Spannung aus dem Alltag verbannt sehen möchten? Gibt es mittlerweile ein Grundrecht, sich durch Poesie beleidigt zu fühlen? […] Stattdessen zensiert man einen Dichter, indem man seine Verse tilgt.“

Und genau da zeigt sich das Problem, wenn manche männlichen Journalisten uninformiert, aber besserwisserisch über übergriffige und Gewalterfahrungen von Frauen befinden: sie haben keine Ahnung, vermischen infolgedessen Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, sie übertreiben und werden gar hysterisch, werfen aber genau das der Gegenseite vor. Schließlich redet niemand von einem Auslöschen des Gedichtes – lediglich die Entfernung von der Hauswand steht zur Diskussion.

Der Gipfel sind Stenkes „passende“ Vorschläge für die Neugestaltung eben jener Hauswand:

„1. Kollektiver Beitritt des AStA zu einer islamistischen Sekte, die dann die Abbildung einer ordentlichen Burka liefert, wahlweise in Schwarz oder Blau.“

Gefolgt von dem Vorschlag, dem „Berliner Volksmund“ zu folgen, der raten würde:

„Lasst euch alle einsargen.“

Ich muss die abgrundtiefe Frauenfeindlichkeit dahinter sicher nicht erklären. Ein solcher Kommentar in einem von Frauen mitfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Jahr 2017 ist absolut inakzeptabel.

Wie eine Schriftsteller_innenvereinigung Frauenfeindlichkeit fördert

Dass Frauen bei diesem Automatismus eine willige oder mindestens kenntnisbefreite Rolle spielen können, zeigt sich an Regula Venske, der Präsidentin der Schriftsteller_innenvereinigung PEN-Zentrum (in der Nora Gomringer Mitglied ist). Venske empört sich ebenso über vermeintliche „Zensur“ in dieser angeblichen „Provinzposse“ und zitiert allen Ernstes den PEN-Ehrenpräsidenten Christoph Hein in ihrer Pressemitteilung mit Worten wie:

„skandalös“ […] „barbarische[r] Schwachsinn“ […] „unerzogene Unbildung“ […] „Kultur- und Bildungsferne“.

Nicht einmal beim PEN waren sie also in der Lage, den offenen Brief vollständig zu lesen und zu verstehen, dass es bei der Forderung des AStA mitnichten darum geht, „der Kunst einen Maulkorb vorzuspannen oder sie gar zu verbieten“ (Zitat: PEN), sondern um die, ich wiederhole mich, im Jahr 2017 völlig legitime Frage:

Sollte ein Gedicht aus dem Jahr 1953, das von einer Reihe von Frauen aus Gründen als sexistisch eingestuft wird, 2017 als Aushängeschild an der Hauswand einer Hochschule prangen?

Heide Oestreich kommentiert im rbb zunächst erfrischend kenntnisreich:

„Bei allem Verständnis für verwirrte Männer: Die Studierenden der Alice Salomon Hochschule stellen zu recht ein Gedicht infrage, das Frauen und Blumen und Alleen gleichermaßen als Genussmittel für ein männliches Ich darstellt. Das ist zweifelsohne ein partriarchales Muster. […]

Wer die Schönheit der Frauen preist, bedient das alte Vorurteil, dass Frauen vor allem schön sein sollten. Andere Fähigkeiten interessieren nicht.“

Oestreich sagt weiter, die Kritik der FAZ, es handele sich um Zensur, würde die Debatte auf Bildzeitungsniveau verkürzen (da hatte sie wohl die Pressemitteilung des PEN noch nicht gelesen).

Doch auch Oestreich möchte die Kritik der Studierenden dann doch nicht allzu ernst nehmen. Den engen Zusammenhang zwischen dem vermeintlich bewundernden „male gaze“ (dem Blick des Mannes auf den weiblichen Körper) und der Tatsache, dass dieser Blick in erster Linie ein Ausdruck jener wissenden Macht ist, dass diesem Blick alles folgen kann, wenn der Mann es nur will (und egal, was die Frau davon hält): von gar nichts über einvernehmlichen Sex bis zur Vergewaltigung, – diesen Zusammenhang (der aus dem alltäglichen Erleben unzähliger Frauen stammt) stellt sie lapidar als etwas übertrieben dar.

Ihre bis dahin kluge Kritik führt sie dann leider ad absurdum, indem sie das Empfinden und Erleben der Frauen als „lautes Trompeten“ abkanzelt, das deshalb dann wohl auch nur ein „Quietschen“ zur Antwort verdient hat.

Weil es Frauen sind

Kurz gesagt: weil es Frauen sind, die die Kritik äußerten, gehen viele automatisch davon aus, dass die Kritikerinnen sich natürlich nicht mit Lyrik und Sprache und Wirkung beschäftigt haben, und belehren sie ausführlich – meist allerdings weitgehend wissensbefreit.

Weil es Frauen sind, die sich mit diesem Gedicht nicht wohlfühlen, werden sie automatisch und mit wüsten Sexismen niedergeschrie(b)en.

Weil es Frauen sind, werden ihre Belange von vielen automatisch nicht ernst genommen und ihre Kritik lächerlich gemacht.

Weil es Frauen sind, wird automatisch von dem eigentlichen Thema, das zur Diskussion steht, abgelenkt.

Um sie zum Schweigen zu bringen.

Stoppt diesen Automatismus!

Die Fragen zu diesem gesamten Themenkomplex sind noch nicht einmal ansatzweise, geschweige denn ausreichend diskutiert worden. Deutlich ist aber geworden, dass die Sicht von Frauen nicht nur von Männern, sondern auch von anderen Frauen, im Jahr 2017 immer noch als vermeintlich albern und unwichtig abgekanzelt wird. Umso höher ist es der Hochschule anzurechnen, dass sie entgegen aller Kritik – auch aus den eigenen Reihen – es als ihre Pflicht sieht, die Belange der Frauen ernst zu nehmen und darauf angemessen zu reagieren.

Doch es wird Zeit, dass wir Frauen unsere Stimmen erheben. Dass wir diesen Automatismus endlich mit starken Stimmen stoppen. Dass wir die Deutungshoheit nicht allein jenen überlassen, die entweder gar nicht betroffen sind oder keinen blassen Schimmer haben. Oder jenen, die nicht willens sind, über die Grenzen ihres Automatismus im Denken und Handeln hinaus- und in eine ernsthafte Diskussion einzutreten: über Möglichkeiten, Grenzen und Rezeption von Sprache, Bildern und Lyrik. Insbesondere da, wo Frauen betroffen sind.


* Wenn jemand sagt: „Frauen werden in Deutschland diskriminiert“ und jemand anderes einwirft: „Aber was ist mit den Frauen in Saudi Arabien? Die werden doch viel stärker diskriminiert!“ dann hast du „Whataboutism“. Oder, wie in diesem Fall, jemand sagt: „Frauen werden in Deutschland diskriminiert, und das öffentlich an einer Hauswand präsentierte Gedicht gibt in gewissem Maße eine Form dieser Diskriminierung wider.“ und jemand anderes sagt: „Aber was ist mit dem Dichter – der wird durch diese Aktion auch diskriminiert!“ Mit „Whataboutism“ negiert man die Relevanz des eigentlichen Themas und lenkt (leider häufig erfolgreich) vom Kern der Debatte ab. So offensichtlich auch hier.

Birte Vogel

Birte Vogel

Birte Vogel ist freie Journalistin und Autorin und hat für ihre Arbeit mehrere Auszeichnungen erhalten. Sie schreibt Porträts und Reportagen für Medien sowie Bücher, Reden, Web- und Blogtexte für Unternehmen. Mehr zu ihrer Arbeit gibt's auf http://birtevogel.de und http://nordsee-text.de.
Birte Vogel

4 Gedanken zu “Der Automatismus in der Sexismus-Debatte – Heute: Ein Gedicht ist ein Gedicht?

  1. Ich habe den Eindruck, dass die ganze Sexismus-Debatte vor allem von Frauen initiiert wird, die – aus welchen Lebensverhältnissen auch immer – ein unentspanntes und verkrampftes Verhältnis zum anderen Geschlecht haben; das ganze befeuert durch rund 200 Genderprofessorinnen in Deutschland (es gibt keinen einzigen Genderprofessor – q.e.d.).

    • Dieses Argument ist so alt und so sexistisch, dass ich mich schon sehr zusammenreißen muss, um diesen Kommentar überhaupt zu veröffentlichen. Hast Du jemals Deine privaten „Eindrücke“ hinterfragt? Denn dann hättest Du gesehen, dass nur ein Hauch von Informationserwerb Dir zeigen würde, wie wenig Dein „Eindruck“ mit der Realität standhalten kann.

      Eine schlichte Googlesuche hätte z. B. zutage gebracht, dass es durchaus Dozenten in den Genderstudies gibt. Gleich die erste Uni, die ich gegoogelt habe, hat mehrere Männer aufgelistet: https://www.genderstudies.uni-freiburg.de/Personen. Und gleich in der zweiten gibt es u. a. einen Gastprofessor: http://www.sowi.ruhr-uni-bochum.de/genderstudies/. Würde ich weitersuchen, würde ich weitere finden. Denn bei Genderstudies geht es eben nicht um Frauen und Sexismus, sondern um Geschlechterrollen innerhalb der Gesellschaft. Es geht also auch um Männer und andere Geschlechter. Aufklärung gibt es hier: http://www.zeit.de/kultur/2017-09/gender-studies-vorwuerfe-feminismus-10nach8.

      Die Tatsache allein, dass Du in dieser Weise über die Debatte über den vorherrschenden Sexismus in unserer Gesellschaft schreibst, zeigt, dass Du Dir Deiner eigenen Privilegien als Mann offensichtlich immer noch nicht bewusst bist. Sie werden Dir ausschließlich Deines Geschlechts wegen zugestanden, und sie werden Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts nicht zugestanden.

      Oder mal anders formuliert: Monierst Du auch, dass es in manchen anderen Studienfächern überhaupt keine Professorinnen gibt und ziehst deshalb die Relevanz der Debatten ins Lächerliche, weil es Dein persönlicher, uninformierter „Eindruck“ ist? Oder tust Du dies bloß, weil es hier um Frauen geht?

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: